Dienstag, 10. November 2009

Aktuelle Aktionen für Lea

Viele Menschen helfen Lea. Einfach so. Sie tun es auf unterschiedliche Art und nach eigenen Kräften. Es wird Zeit für eine aktuelle Übersicht:


Bis zum 11.11.2009 um 24:00 Uhr könnt ihr eure Gebote für "Bilder einer Ausstellung" abgeben. Zwei beeindruckende Fotos - "Schattenriss" und "Duisburg" - warten im Format 50 x 70 cm auf einen Liebhaber fotografischer Kunst mit dem Thema Eintracht Frankfurt. Auch hier gewinnt das jeweilige Höchstgebot und eure Gebote sendet ihr bitte auch hier per E-Mail an kid.klappergass@googlemail.com! (Link zum Blogeintrag)


Am 21. und 22. November 2009 wird im KV Riederwald, Motzstr. 22, 60386 Frankfurt jeweils von 9.00 bis 18.00 Uhr ein Benefiz-Kegel-Turnier für Lea veranstaltet. Teilnehmen können Sport- und Hobbykegler, das Startgeld beträgt insgesamt 11 Euro. Die kompletten weiteren Einnahmen aus dem Turnier gehen an "Lea helfen". Für alle Kegler gibt eine Teilnahmeurkunde und - auch für die Nichtkegler wie den Kid aus der Klappergass' - ein reichhaltiges Kuchenbuffet und eine Tombola für Erwachsene und Kinder. Alle weiteren Information gibt es nach einem Klick hier.


Leas Spendenkonto:
Deutsche Lebensbrücke e.V.
Commerzbank (vormals Dresdner Bank) München
Konto-Nr.: 3456 90 000
BLZ: 700 800 00
Stichwort: Lea helfen

Wer ein paar Euros übrig hat, dem wird das Spenden leicht gemacht: Bei der Deutsche Lebensbrücke e.V. kann man für Lea online (klick) spenden. Bitte auch hier das Stichwort angeben: Lea helfen

(Dieser Blogeintrag wird von mir bei Bedarf aktualisiert und bleibt unter dem aktuellen Tagesdatum oben im Blog stehen, bis die letzte Aktion vorbei ist.)

Play for Lea

An alle SGE-Fans,

einige kennen unser total beklopptes Team von Eintracht-Fans, das Woche um Woche bei Play For Your Club gegen deutsche und europäische Teams spielt.

Das Schicksal der kleinen Lea ist aus dem Forum auf eintracht.de und durch Kids Blog-Beiträge sicher bekannt.

Auch wir wollen nun Lea helfen.
Bei uns geht es eben nicht nur um ein Online-Spiel, sondern um EINTRACHT!

Daher lautet das Motto dieser Liga Saison (Montag 11 Uhr bis Mittwoch 21 Uhr): "Helft Lea"!

Unterstützen kann man die Aktion, indem man entweder über das Kürzel Lea Punkte erspielt und/oder sich als Sponsor meldet.

Ein Sponsor unterstützt dann entweder die Lea Punkte mit X Cent pro Million und/oder seine eigenen Punkte.

Bezahlt werden kann bis 20.11. auf ein Konto, das per E-Mail an fmb@pfyc-adler.de angefragt werden kann, oder in ein Sparschwein bei unserer Party in der Louisa am 21.11.

Das PFYC-Adler-Team wird für alle unter "Lea" erspielten Punkte Geld spenden.

Das Geld wird dann an Leas Familie in der KW 48 ( ab 23.11. ) überwiesen.

Sei ein Teil davon! Sei EINTRACHT!

Mehr über das Game und der direkte Einstieg unter:

http://www.pfycadler.de/pfycinfo/wr/adlerinfo.html

Hilf mit! Hilf LEA!

Dein PFYC Adlerteam

(Dieser Gastbeitrag wurde zuerst im Eintracht-Forum veröffentlicht.)

Montag, 9. November 2009

Ein Schlag in die Magengrube

Eintracht-Stürmer Ioannis Amanatidis fällt voraussichtlich bis Saisonende aus. Der griechische Nationalstürmer wurde an diesem Montag zwar erfolgreich am Knie operiert, muss aber länger pausieren. Diese Kunde kam nun von Sportarzt Dr. Ulrich Boenisch aus Augsburg. Dort hatte sich Amanatidis zur OP angemeldet. Der Kniespezialist bestätigte die Instabilität des im vorigen Jahr operierten Bereichs im rechten Knie. Dr. Boenisch entfernte den instabilen Knorpel erfolgreich. Amanatidis wird einige Tage in der Augsburger Klinik bleiben und die Reha noch an diesem Dienstag beginnen. (FNP)

Ioannis Amanatidis, der eigentlich Unersetzbare, wird aller Voraussicht nach in dieser Saison nicht mehr spielen können. Die am Montag in Augsburg durchgeführte Operation hatte ergeben, dass das vorgeschädigte Knie erneut schwer angeschlagen ist: "Die Hälfte des neu gebildeten Knorpels hat sich wieder gelöst", sagte am Montag ein sichtlich betroffener Trainer Skibbe. "Die zu erwartende Verletzungspause wird in etwa so lange währen wie bei der ersten Operation." Da fiel der 27 Jahre alte Stürmer, der in dieser Runde bereits drei Tore erzielt hat, bis Ende April aus. Er kam erst in den letzten beiden Spielen der vergangene Runde zu zwei Kurzeinsätzen. Bei seinem ersten Knorpelschaden wurde Amanatidis ebenfalls Anfang November operiert. Damit ist für den Stürmer nicht nur die Saison bei der Eintracht gelaufen, sondern höchstwahrscheinlich auch die WM 2010 in Südafrika - sollte sich Griechenland dafür qualifizieren. (FR)

Jetzt brauche ich meine Blogpause erst recht. Viel ärger konnte es nicht kommen. Kaum ist Christoph Preuß zurück im Mannschaftstraining, verabschiedet sich mein Captain für lange, lange Zeit in die Reha.

Die Diskussion, wann jetzt wer als Ersatz verpflichtet werden soll, muss oder wird, überlasse ich anderen. Werft mir übertriebenen Pathos, Schlichtheit oder was euch sonst noch einfällt vor oder hinterher, aber mich trifft diese Nachricht schlimmer als alle desaströsen Niederlagen, die die Eintracht mir jemals zugemutet hat. Und das waren einige. Es trifft mich nicht unerwartet, nein, das nicht. Doch mindert es die Wucht eines Schlags in die Magengrube, wenn du ihn vor dem Aufprall kommen siehst?

Es gibt sie, ein paar Spieler, denen ich zutraue, dass sie annähernd verstehen, was einen Fan bewegt. Es gibt sie, die Spieler, die nicht nur in Interviews ein großes Mundwerk riskieren, sondern sich auf dem Platz auch tatsächlich ihren verlängerten Rücken aufreißen. Es gibt sie, die Spieler, die nicht von Führung faseln, sondern auf den Platz gehen und tatsächlich führen, in dem sie voran gehen, in dem sie kämpfen, ihre Mitspieler und das Publikum mit ihrer Energie, ihrem Willen und ihrer Leidenschaft mitreißen. Und sich den Fans nicht nur im Triumph stellen, sondern auch deren Verärgerung und deren Kritik, Ja, es gibt sie, diese Spieler. Und wieviele dieser Spieler habt ihr in der Elf, die am Freitagabend in Leverkusen chancen- und wehrlos untergegangen ist, gesehen?

Ioannis, du wirst mir fehlen. Aber ich schreibe dich nicht ab, wie es andere tun werden. Es bleibt dabei: Eine Eintracht ohne meinen Captain will ich mir nicht vorstellen. Ich habe Aleksandar Vasoski und Christoph Preuß nicht abgeschrieben und beide sind sie wieder dabei. Auch du wirst zurückkommen.

Du musst!

(Das Foto hat Stefan Krieger am 29.8.2009 gemacht.)

Sonntag, 8. November 2009

Der Einzige

Nur mal nebenbei, kurz und auf die Schnelle, weil in den letzten Tagen scheinbar ein neuer Mythos entsteht. Mythen, das kenne ich ja mittlerweile, werden im Internet so oft wiederholt, bis die Meinungsäußerungen mit "Das ist Fakt" enden.

Es ist unbestritten, dass Eintracht-Trainer Michael Skibbe seinen Wunschspieler Lincoln nicht bekommen hat. Es ist auch unbestritten, dass Michael Skibbe mit einem Kader arbeitet, der fast komplett von seinem Vorgänger zusammengestellt wurde. Die folgende Behauptung, die ich immer wieder mal vorgesetzt bekomme, entspricht jedoch nicht den Tatsachen: "Auch wenn ich mich wiederhole, Schwegler ist der einzige in der Mannschaft den Skibbe geholt hat" "Skibbe hat vor der Saison genau einen Spieler bekommen, den er wollte" "Schwegler, der einzige Spieler,den Skibbe auch wirklich haben wollte".

Selim Teber sagte gegenüber goal.com am 29.10. etwas anderes: "Zunächst war noch nicht klar, dass Skibbe neuer Eintracht-Trainer wird. Als die Entscheidung dann fest stand, hat er mich angerufen und wir haben uns auch zum Essen getroffen. Er hat ist ein Trainer, der mir das Gefühl gegeben hat, dass er mich unbedingt will und genau das habe ich gebraucht." Bereits in der Frankfurter Rundschau vom 2.7. wurden die Gespräche zwischen dem Trainer und dem Spieler erwähnt: "Und Skibbe ist deshalb auch ein Grund, weshalb der 1,85 Meter große, 83 Kilogramm schwere Fußballer nach Frankfurt gewechselt ist. Denn so ganz überraschend war der Transfer nicht. Einige Mal hatte Teber zuletzt mit Skibbe telefoniert, einmal waren sie Essen gegangen."

Die Verpflichtung von Maik Franz wurde von Friedhelm Funkel eingeleitet, entschieden darüber hat jedoch der neue Trainer bzw. die beiden Kandidaten, die am Ende der Gespräche für den Posten in Frage kamen: "Der Wechsel nach Frankfurt stand relativ früh fest, Ex-Trainer Friedhelm Funkel hatte angefragt, Franz hatte zugesagt. Doch dann war alles plötzlich ganz anders. Funkel war weg, es war unklar, ob der neue Eintracht-Trainer ebenfalls Interesse an ihm hat. Zu allem Überfluss kam nun auch noch der Hamburger SV ins Spiel. „Ja, ich bekam vom HSV ein Angebot, aber ich hatte der Eintracht schon zugesagt. Und dazu steht man dann auch“, sagte er in Zell am Ziller. Obwohl es schon „ein komisches Gefühl“ gewesen sei, abzuwarten, darauf zu hoffen, dass der Funkel-Nachfolger ihn auch wirklich haben wolle. Es sei eine Erleichterung gewesen, „dass beide Trainer, die schließlich noch in der engeren Wahl standen, für meinen Wechsel waren.“ Und so unterschrieb Franz seinen bis 2013 laufenden Vertrag noch bevor Skibbe sich endgültig mit der Eintracht einigte." (FNP, 8.7.) (Anmerkung: Skibbes Engagement bei der Eintracht wurde zwei Tage nach Maik Franz' Verpflichtung bekanntgegeben.)

Neben Pirmin Schwegler, einer Verpflichtung für die ich Michael Skibbe übrigens sehr dankbar bin, wurde auf Betreiben des Trainers also auch Selim Teber verpflichtet. Und Maik Franz wäre nicht bei der Eintracht, wenn Skibbe nicht seine Zustimmung zu dem Transfer gegeben hätte. Und das ist entgegen allen anderslautenden Behauptungen, so oft sie auch wiederholt werden mögen, tatsächlich "Fakt".

"Fakt" ist auch, dass ich jetzt mal Pause mache. Wie lange die dauert, weiß man bei mir nie so genau. Ich selbst auch nicht. Man liest sich.

Samstag, 7. November 2009

Überschaubare Grenzen

"Angesichts des Fehlens dieser Stammkräfte dürfte es für die Eintracht in Leverkusen vornehmlich darauf ankommen, die Niederlage in überschaubaren Grenzen zu halten", schrieb Thomas Kilchenstein vor dem Auswärtsspiel in Leverkusen in der Frankfurter Rundschau und bekam die für ihn in den letzten Monaten gewohnte verbale Prügel im Internet. Man kann es drehen, wie man will - Kilchenstein hat die Situation offensichtlich realistisch eingeschätzt.

One-touch, Passgeschwindigkeit und Passhärte? Lasst mir meine Ruhe. Und verschont mich mit den bei 'sky' getätigten von Selbstkritik befreiten Aussagen einer Führungskraft, die angeblich die Laktatwerte eines Spielers kennt, mit der sie noch nie gearbeitet hat, aber jetzt so tut, als sei ihr das Niveau des spielenden Personals nicht bekannt gewesen. Die Widersprüche und Ungereimtheiten, in die sich der 'Medienprofi' Michael Skibbe fortlaufend verstrickt, gehen mir mehr und mehr gegen den Strich.

Der aktuelle Übungsleiter - und er verdient diesen Titel weit mehr als sein Vorgänger - verweist wie Funkel gerne auf seine Erfahrung. Erfahrung ist in einer Diskussion immer ein nettes Totschlagargument, wenn man sich mit seinem Gegenüber inhaltlich nicht auseinandersetzen will. Für mich gibt es kaum einen Unterschied, ob jemand sagt, dass er etwas schon immer so gemacht habe und deswegen weiterhin so machen werde oder dass er es besser wisse, weil er es schon so lange mache.

Der Mann also, der "mächtig" viel Erfahrung mit jungen Talenten hat und deshalb genau weiß, wann einer so weit ist, dass er ihn bringen kann, dieser Mann hat beispielsweise Ende Oktober gesagt, dass Ralf Fährmann noch nicht so weit ist: "Ich würde ihm mit einem Einsatz gegen die Bayern keinen Gefallen tun." (FR, 27.10.) 10 Tage später ist Ralf Fährmann dann plötzlich so weit? Gegen einen Klub, der laut Skibbe "wie Bayern München auf einem ganz anderen Niveau spielt als Eintracht Frankfurt"? (eintracht.de, 5.11.)

Aber was soll's - an Ralf Fährmann ist das Debakel in Leverkusen nicht festzumachen. Ihm ist nicht anzulasten, dass sich die Eintracht zum wiederholten Male in dieser Saison wie ein Tanzbär an einem Ring durch die Manege hat führen lassen und sich der Lächerlichkeit preisgegeben hat. Es war nicht einmal ansatzweise zu erkennen, welchen Plan diese Elf verfolgt. Und dass diese Mannschaft nach einem Rückstand gegen einen stärkeren Gegner keine Vorstellung davon besitzt, wie solch ein Spiel noch zu ihren Gunsten entschieden werden könnte, kennt man als Eintrachtfan seit Jahren.

Die Häufung der indiskutablen Vorstellungen in den letzten Partien stimmt jedoch bedenklich, in den letzten sieben Pflichtspielen gab es ein 0:3 gegen den VfB, ein 0:4 gegen die Bayern und nun das 0:4 in Leverkusen. Für alle, die mit Macht eine Weiterentwicklung sehen wollen oder müssen, habe ich eine gute Nachricht: Es geht tatsächlich voran. Benötigten die Stuttgarter gegen eine dezimierte Frankfurter Eintracht noch fast eine Stunde, um mit 3:0 in Führung zu gehen, gelang das den Bayern im DFB-Pokal schon nach einer knappen halben Stunde. Den Leverkusenern reichten gestern Abend dann ein Dutzend Minuten ...

Gegen den VfB haben wir die höchste Heimniederlage gegen die Schwaben (0:4 am 16.2.2007) nur knapp verpasst, wobei man nicht vergessen sollte, dass die beiden höchsten Heimniederlagen gegen die Stuttgarter unter Friedhelm Funkel eingefahren wurden. Gegen Bayern München hat die Eintracht mit dem 0:4 in den mir bekannten Pflichtspielen seit 1963 die höchste Heimschlappe eingefahren und in Leverkusen die dort bisher höchste Auswärtspleite vom 28.8.1994 zumindest eingestellt. Hätten sich die Gegner nicht darauf beschränkt, in diesen Spielen ihre einmal herausgeschossene Führung zu verwalten, wären wohl in jeder Partie ein halbes Dutzend Tore gegen die Eintracht fällig gewesen. Und das Ganze wohlgemerkt nicht aufgrund eines eigenen, gescheiterten Plans, sondern dank einer peinlichen Harmlosigkeit in der Offensive und einer unerklärlichen Unordnung im Defensivbereich.

Der Mitverantwortliche für diese sportlichen Offenbarungseide soll jetzt bitte nicht so tun, als habe ihn irgendjemand über das wahre Leistungsvermögen dieser Truppe getäuscht. Wenn er sie falsch eingeschätzt hat, ist das sein Problem. Die Grenzen dieses Kaders sind wortwörtlich überschaubar und damit für jedermann ersichtlich gewesen, der nicht dem Irrglauben anhing, nur der alte Trainer habe den Sturm auf die europäischen Plätze verhindert.

Auch ein wenig Selbstkritik stünde Michael Skibbe ganz gut zu Gesicht. Abgesehen davon, dass beispielsweise ein Spieler wie Fenin seiner Vorjahresform meilenweit hinterherläuft, haben Skibbes taktische Vorgaben längst nicht immer den erwünschten Erfolg gebracht. Ob die Mannschaft nicht in der Lage war, diese umzusetzen oder die Marschroute wie im Pokal gegen die Bayern einfach daneben lag, sei dahingestellt. Doch bei drei Klatschen in den letzten sieben Pflichtspielen ist die öffentlich vorgetragene Kritik an der Qualität der eigenen Spieler für mich ein allzu durchsichtiges Manöver, um von der eigenen Person abzulenken.

Es ist außerdem nicht besonders klug, seinem kompletten Mitarbeiterstamm - mit einer Ausnahme - in aller Öffentlichkeit die Konkurrenzfähigkeit in der Bundesliga abzusprechen. Es sind nämlich genau diese Angestellten, die gemeinsam mit dem Trainer die ausgegebenen Ziele erreichen sollen. Wer dergleichen Äußerungen bejubelt, hat noch keine Menschen geführt oder ist in der Lage, sein Personal jederzeit gegen anderes auszutauschen. Michael Skibbe kann das nicht. Und den Nachweis, dass er als Trainer besser ist als seine ihm anvertraute Mannschaft, ist er in meinen Augen in dieser Saison bisher noch schuldig geblieben.

Wem die Arbeitsbedingungen bei der Eintracht nicht passen, dem steht es frei, sich um eine Vertragsauflösung zu bemühen und sich einen anderen Arbeitgeber zu suchen. Und damit meine ich ausdrücklich Trainer und Spieler.

Wenn hier einer das Recht hat, verärgert und vergrätzt zu reagieren, dann sind es die Fans. Vor allen Dingen die, die sich gestern Abend auf den Weg nach Leverkusen gemacht haben, um eine Mannschaft zu unterstützen, die in den ersten 20 Minuten bestenfalls körperlich anwesend war und es sich offensichtlich zur Aufgabe gemacht hatte, der Bayer-Elf nicht allzu sehr im Wege zu stehen. Dieser Mannschaft kann ich nur eines sagen: Schämt euch. Grenzenlos.

Freitag, 6. November 2009

Tatsachenentscheidungen

Nein, ich bin natürlich nicht abergläubisch. Aber gegen Bochum hat das Erinnern an Niederlagen "funktioniert", nicht wahr? Eine siegreiche Mannschaft soll man nicht verändern, warum also ein "System", das erfolgreich war? Außerdem fällt mir zwar einiges gegen Bayer Leverkusen ein, aber nur wenig zu. Und Positives schon gar nicht.

Kaum war die "Werkself" aufgestiegen, verhalf sie der Eintracht am 8.9.1979 durch eine 0:3-Niederlage zur ersten Tabellenführung der Diva vom Main seit dem 12.10.1974. Das war es dann aber auch schon mit den erfreulichen Nachrichten. Mehr in Erinnerung geblieben als dieser Spitzenplatz ist der "Fernsehbeweis", der Bruno Pezzey nach einem von Schiedsrichter Walz nicht geahndeten Schlag gegen Gelsdorf zu einer monatelangen Sperre verhalf.

Danach hatte Bruno gerade eine schwere Infektionserkrankung überstanden, die vielleicht für seinen frühen Tod verantwortlich sein könnte, und nach seiner Sperre ein Bundesligaspiel gemacht, als er zum zweiten Mal in jener Saison gesperrt wurde. Drei Fouls innerhalb von sechs Minuten waren ein Foul zu viel. Als er gegen Scheinert zu spät kam, musste er das Feld in der 56. Minute wegen einer Roten Karte vorzeitig räumen. Die Eintracht verlor an jenem 22.2.1980 mit 10 Mann 1:2 - in Leverkusen. Schiedsrichter Horstmann, der Pezzeys erstes schwereres Foul nicht bestrafte, den Österreicher dann aber wegen eines vergleichsweise harmlosen Vergehens vom Platz stellte, bedauerte nach der Partie: "Leider gibt es keine zweite Gelbe Karte."

Im dritten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften geschah dann das größte Unglück. Am 23.8.1980 verlor die Eintracht nicht nur 2:3 in Leverkusen, sondern auch ihren Weltklassestürmer Bum-Kun Cha durch ein brutales Foul des Mannes, der 10 Monate zuvor von Pezzey in die Magengrube geschlagen worden war: Jürgen Gelsdorf.

"Ich habe einen Schlag gespürt und hatte große Schmerzen. Ich meine, es war Absicht von Herrn Pezzey", hatte Gelsdorf 1979 in der Verhandlung vor dem Sportgericht des DFB zu Protokoll gegeben. Nachdem er in Höhe der Mittellinie mit seinem Tritt von hinten, den Cha nicht sehen und deswegen auch nicht ausweichen konnte, dem Frankfurter Angreifer "auf gemeine und brutale Art" (Hartmut Scherzer) den Querfortsatz des zweiten Lendenwirbels gebrochen und eine schwere Nierenprellung zugefügt hatte, meinte Gelsdorf zu den Vorwürfen der Frankfurter: "Ich bin doch nach dem Spiel in Frankfurt auch nicht herumgelaufen und habe mich über Pezzey Faustschlag beklagt."

Die Gelbe Karte, die Gelsdorf von Schiedsrichter Ohmsen für seine gemeingefährliche Attacke zu sehen bekam, wollte der Abwehrspieler auf den Platz nicht akzeptieren, am Ende bewahrte sie ihn vor einer Sperre. Hans Kindermann, der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses, hätte nur Anklage erheben können, wenn der Unparteiische das "Foulspiel nicht gesehen und nicht geahndet" hätte: "So aber ist die Sache für uns vom Tisch."

Für den DFB war die "Sache", die immer noch im Krankenhaus lag und unter starken Schmerzen litt, also vom Tisch. Und ich habe bis heute nicht verstanden, warum man eine Fehlentscheidung, die auf falschen Annahmen beruht und an den vorhandenen Gegebenheiten völlig vorbei geht, eine "Tatsachenentscheidung" nennt.

Josef H. und Leverkusen. Das passt irgendwie. Und ein Punktgewinn meiner Eintracht heute Abend würde mir passen. Sehr sogar.

Donnerstag, 5. November 2009

"Bilder einer Ausstellung" - für Lea

"Lea Helfen!" ist eine tolle Aktion. Leider bin ich zur Zeit sehr knapp bei Kasse, möchte aber trotzdem versuchen, auch etwas beizutragen:

Ich arbeite als Fotografin und habe von meiner letzten Ausstellung zwei Eintracht-Fotos, die ich gerne zur Verfügung stelle.

Das "Schattenrissbild" zeigt den Oberrang im Waldstadion beim "Im Herzen von Europa" vor dem Aufstiegsspiel 2005,

das andere den Dank der Mannschaft an die Fans nach dem wichtigen Auswärtssieg in Duisburg im Herbst 2005.


Die Bilder sind im Format 50 x 70 cm ohne Rahmen, die Oberfläche ist "seidenmatt". Der Materialpreis der Bilder (hochwertige Fachabzüge) betrug pro Bild 40 Euro, also wäre es toll, wenn jemand mindestens 41 € bieten würde.

Verpackung und Versand übernehme natürlich ich!

Aktuelles Höchstgebot "Schattenriss":
120,00 Euro


Aktuelles Höchstgebot "Duisburg":
00,00 Euro

Die beiden Fotos werden getrennt versteigert. Gebote für das "Schattenriss"- und/oder das "Duisburg"-Bild sendet ihr bitte per Mail an kid.klappergass@googlemail.com. Die bis zum 11.11.2009, 24:00 Uhr jeweils abgegebenen Höchstgebote gewinnen und mit jedem Euro mehr gewinnt vor allem Lea!

Cleaning woman

Dem Kid aus der Klappergass' eilt der Ruf voraus, dass er gar kein so übler Kerl sei. Das mag sein, mein Groupie behauptet von Zeit zu Zeit Ähnliches. Es dauert meist eine Zeit, bis mich jemand auf Betriebstemperatur gebracht hat. Ist der Kessel jedoch erst einmal unter Dampf, bin ich in etwa so leicht unter Kontrolle zu kriegen, wie Rigby Reardon in Tote tragen keine Karos, wenn jemand "cleaning woman" sagt.



Auch bei mir reichen zwei Worte, damit mir der Gaul durchgeht. Wenn jemand in meiner Nähe den Namen eines fränkischen Dampfplauderers erwähnt, muss er damit rechnen, dass sich meine Miene verfinstert wie der Himmel kurz vor einem Unwetter. Auch die Erwähnung des Namen des aktuellen Leverkusener Trainers ist kein geeignetes Mittel, um meine Stimmung aufzuhellen, ganz im Gegenteil. Warum das so ist, kann der geneigte Leser in meinem Eintrag Josef, der Uhrmacher nachlesen.

Wer zu faul zum Klicken ist, dem sei gesagt, dass Josef H. damals dank einiger großkopferter Herren bei der Eintracht für viel Geld an den Riederwald geholt wurde, wo der "Meistertrainer" auch sogleich bekräftigte, nicht hierher gekommen zu sein, um Zweiter zu werden. Außerdem hatte er sich vorgenommen, die Uhren bei der Eintracht neu zu stellen, zumindest versprach er, dass diese zukünftig "anders gehen" würden. Der Jubel war groß, wie immer, wenn die Menschen Worte deuten dürfen und jeder das versteht, was er sich am sehnlichsten wünscht.

Immerhin erzielte Josef H. einen Teilerfolg, indem er die Uhren in Frankfurt unter anderem durch den Verkauf Yeboahs ohne gleichwertigen Ersatz für mehr als ein Jahrzehnt verstellte. Gemerkt hat das damals allerdings kaum einer: Nach dem der Suspendierung Yeboahs, Gaudinos und Okochas folgenden Heimsieg gegen den HSV wurde der Uhrmacher-Josef in der Pressekonferenz gar mit stehenden Ovationen empfangen.

Und Josef H. bemerkte tatsächlich auch frühzeitig, dass er das zweite ausgegebene Ziel ebenfalls erreichen und nicht 2. werden würde. Konsequenterweise sah er seine Mission am Main nach dem Europacup-Aus gegen Juventus Turin und einer 0:3-Heimpleite gegen Schalke dann auch als erfüllt an und stellte sein Amt am 2. April 1994 zur Verfügung.

Offiziell fand der gescheiterte Trainer, "dass der Verein und ich nicht zueinander passen", weil die "Auffassungen von professioneller Arbeit und dem Aufbau einer Spitzenmannschaft" zu unterschiedlich sind. Die von ihm aufgebaute Spitzenmannschaft rangierte übrigens zum diesem Zeitpunkt auf Platz 13 ...

Na ja, möglicherweise war Josef H. auch verärgert, dass niemand in Frankfurt über den von seinem Schützling Legat gespielten Witz mit der Nummer „10“ lachen wollte. Den meisten Fans war das Lachen ohnehin im Hals stecken geblieben, als sie merkten, dass Yeboah nicht wie Okocha wieder in Gnaden aufgenommen, sondern tatsächlich an Leeds United verkauft wurde ...

Ich habe Josef H. nicht vergessen. Ich habe ihm nicht verziehen, dass er den Kapitän meiner Eintracht, Anthony Yeboah, öffentlich zu demontieren versuchte, während er selbst stur an dem erfolglosen Jan Furtok festhielt, der vielleicht im Training seinen Trainer zufrieden stellte, in der Bundesliga in 26 Partien jedoch nur auf drei kümmerliche Tore kam. Schlimmer als das: In dem sich Josef H. vor der Presse über Gewicht und angebliche Sprachschwierigkeiten des stolzen Ausnahmespielers Yeboah lustig machte, sorgte der Trainer für den Bruch mit dem besten Mittelstürmer der Eintracht, den ich je erleben durfte.

Josef, der Uhrmacher, ob er den Niedergang der Eintracht nun einleitete, beschleunigte oder nur begleitete, mag jeder für sich entscheiden. Für mich bleibt dieser Mann eine "unerwünschte Person". Und er wird der einzige Trainer bleiben, bei dem ich jemals im Stadion "raus" gerufen habe. Ich bedaure nur, dass ich das erst mit 10jähriger Verspätung beim 3:0-Sieg der Eintracht gegen Schalke am 13.3.2004 getan habe.

Der Dampfplauderer und der Uhrmacher, da bleibt der Kid unversöhnlich bis ans Ende seiner Tage. Dabei bin ich eigentlich "n gude Bub". Es dei denn, jemand sagt "cleaning woman" ...