Im Waldstadion läuft die 78. Minute. Vor wenigen Augeblicken hat Mark van Bommel für die Münchner Bayern eine der wenigen Chancen vergeben, die ihnen eine konzentrierte und entschlossene Frankfurter Eintracht an diesem Tag gestattet.
Der Ball geht in Höhe des Bayern-Strafraumes ins Seiten-Aus. Es gibt Einwurf für die Frankfurter Eintracht.
An der Seitenauslinie steht Patrick Ochs und im Strafraum Christoph Preuß. Zwei Frankfurter Buben. Zwei Spieler, die noch vor wenigen Wochen nicht unbedingt gleichzeitig auf dem Platz zu erwarten waren, weil sie um die Position des rechten Außenverteidigers kämpften...
Rückblende:
Christoph Preuß kommt 1997 von Großen-Linden zur Eintracht. Er durchläuft - auch national - alle Jugendmannschaften und schafft in der Saison 2000/01 den Sprung in die Profimannschaft der Adler. So gradlinig und aufstrebend seine Karriere bis zu diesem Zeitpunkt verläuft, so wechselhaft wird sie weitergehen.
In seinem ersten Profijahr steigt die Eintracht aus der Bundesliga ab. In der zweiten Liga gehört Christoph in einer enttäuschenden Mannschaft zu den wenigen Lichtblicken. Am Ende der Saison wird er nach Leverkusen verkauft, auch weil es der Eintracht wieder mal am Nötigsten, dem Geld, mangelt.
Beim Werksclub spielt Christoph zwar in der Champions League, verliert jedoch wegen Verletzungen den Anschluss. Im August 2003 holt ihn die Eintracht zurück an den Main. Wieder gehört er zu den zuverlässigsten und auffälligsten Kräften. An Christoph, der mit seinem Tor zum 3:2 gegen Bochum der Eintracht bis zum letzten Spieltag die Chance auf den Ligaverbleib möglich macht, liegt es nicht, dass die Adler zum dritten Mal den schweren Gang in die Holzklasse antreten müssen.
Christoph ist ehrgeizig. Er will rechtzeitig zur WM im eigenen Land Nationalspieler werden. So verlässt er die Eintracht ein zweites und vorerst letztes Mal. Er geht zum VFL Bochum, der nach einer überraschend starken Saison am UEFA-Cup teilnehmen darf. Der Auftritt der Bochumer auf der europäischen Bühne ist von kurzer Dauer und am Ende der Spielzeit 2004/05 verabschieden sich die ehemals "Unabsteigbaren" wieder einmal aus der ersten Liga.
Christoph kommt zum dritten Mal zur Eintracht. Den hohen Erwartungen, die er bei seinen ersten beiden Engagements geweckt hat, kann er in der Vorrunde 2005/06 nicht gerecht werden. Erst in der Rückrunde läuft er zur der Form auf, die man ihm zugetraut hat. Beim 2:5-Debakel in München gehört er zu den besten Akteuren und erzielt mit einem sehenswerten Seitfallzieher den zwischenzeitlichen Ausgleich.
Danach beginnt wieder eine verletzungsbedingte Leidenszeit. Ein Bandscheibenvorfall wird zunächst ausgeschlossen, dann festgestellt und anschließend konservativ behandelt. Christoph versäumt das Pokalfinale.
In der neuen Saison hat er den Anschluss gerade geschafft, als er sich erneut verletzt. Diesmal muss Christoph operiert werden.
In den Diskussionen um die ebenfalls langzeitverletzten Chris und Jones gerät die Personalie Preuß ein wenig in den Hintergrund. Während die Rückkehr von Jones im Pokalspiel gegen Köln kurz vor Weihnachten im Waldstadion mit stehenden Ovationen gefeiert wird, wird in der Öffentlichkeit über die Bedeutung von Preuß für die Mannschaft immer seltener gesprochen.
Nach einer gelungenen Vorbereitung zur Rückrunde steht Christoph zwar wieder im Kader, er kommt jedoch erst am 19. Spieltag zum Einsatz: in der 90. Minute. Erst als Patrick Ochs in Spiel gegen Mainz wegen der 5. gelben Karte fehlt, darf Christoph von Beginn an auflaufen und liefert eine ordentliche Partie.
Im nächsten Spiel in Leverkusen ist Patrick Ochs wieder dabei und Christoph nimmt wieder auf der Bank Platz. Patrick Ochs bereitet den 2:1-Treffer vor und für seinen Kontrahenten scheint kein Platz in der Mannschaft zu sein. Ochs hat schließlich bis auf das Spiel in Mainz alle Spiele (einschließlich der Pokalbegegnungen) bestritten. Dass der vielseitige Preuß seine besten Spiele im Mittelfeld gemacht hat, scheint in Vergessenheit geraten zu sein.
Gegen Stuttgart wird Christoph zwar zur Halbzeit für Chris eingewechselt, der einen rabenschwarzen Tag erwischt hat, aber wer hat schon positive Erinnerungen an eine 0:4-Heimniederlage?
In Hamburg erhält Christoph dann eine erneute Chance auf der rechten Verteidigerposition, Patrick Ochs wechselt für den gesperrten Spycher auf die linke Seite. Mit einem katastrophalen Fehlpass leitet Christoph das frühe 0:1 ein. Doch Funkel lässt ihn nicht fallen.
Im Viertelfinale des DFB-Pokals fehlt Christoph zunächst, doch Funkel wechselt ihn dort ebenso ein wie beim Heimspiel gegen Hannover. In Nürnberg steht Christoph sogar wieder in der Anfangself - im Mittelfeld. Er macht ein gutes Spiel und nutzt eine Minute nach der Auswechslung von Streit seine neue offensivere Aufgabe, indem er das 2:0 nach schönem Pass von Meier mit einem unwiderstehlichen Sololauf vorbereitet. (Hätte Pinola ihn nicht elfmeterreif gefoult, hätte er sich wohl selbst in die Torschützenliste eingetragen.)
Gegen die Bayern steht Christoph erneut bei Anpfiff auf dem Rasen - im Mittelfeld! Schafft er jetzt den Durchbruch?
Mit ihm läuft auf der rechten Außenverteidigerposition Patrick Ochs auf.
Patrick kommt als Jugendspieler von Germania Enkheim zur Eintracht. 2002 wechselt er zu den Amateuren von Bayern München in die Regionalliga. Er spielt dort mit Lahm und Schweinsteiger in einer Mannschaft und geht durch die harte Schule von Hermann Gerland.
Zwei Jahre später empfiehlt ihn der "Tiger" der Frankfurter Eintracht, die nach dem dritten Bundesligaabstieg in der zweiten Liga eine Mannschaft mit jungen, entwicklungsfähigen Spielern aufbauen will. Spielern, die deutschsprachig sein sollen und gerne aus der Region kommen dürfen. Patrick passt perfekt in dieses Profil und sorgt zusammen mit Christopher Reinhard schnell für Furore. Reinhard gibt als linker Außenverteidiger seine Tempodribblings zum Besten während Patrick mit seiner Dynamik als Außenverteidiger auf der rechten Seite für Räume sorgt.
Die ersten Rückschläge für die beiden jungen Senkrechtstarter lassen natürlich nicht lange auf sich warten. Während Reinhard jedoch nach einer überragenden Vorrunde, die ihm eine vorzeitige Vertragsverlängerung einbringt, erst von einer Verletzung und dann durch seine Defensivschwäche seinen Platz an den Routinier Wiedener verliert, arbeitet Patrick stetig an seinen Schwächen, die ihm Trainer Funkel ebenso unter die Nase reibt wie Reinhard.
Reinhard bringt fußballerisch zweifellos das größere Talent mit, Patrick besitzt jedoch die größere Einsicht in eigene Schwächen und Fehler sowie den größeren Einsatz, wenn es um das Abstellen dieser Fehler geht.
Patrick lernt aus der Kritik Funkels schnell, dass er sich seine offensiven Vorstöße besser einteilen muss. Er lernt - auf Kosten seiner publikumswirksamen Spielweise - mit seinen Kräften besser hauszuhalten und bringt so die von seinem Trainer geforderten konzentrierteren Leistungen in der Abwehr.
Eine andere Schwäche kann der hitzköpfige Rotschopf nicht beim ersten Mal abstellen. Es bedarf einer zweiten peinlichen Schauspieleinlage ohne gegnerische Einwirkung, die zuerst das Fernsehen und dann seine Vorgesetzten beschäftigt. Dann jedoch herrscht auch an dieser Front Ruhe.
In seinem zweiten Bundesligajahr wird dem jungen Mann dann nicht zu Unrecht vorgehalten, dass er sich - gerade in Bezug auf seine offensiven Ausflüge und dort im speziellen bei seinen Flanken - nicht weiter entwickelt habe.
Unterschätzt wird bei dieser Betrachtung allerdings, dass der robust wirkende junge Spieler kein so ausgeprägtes Selbstbewusstsein besitzt, wie es den Anschein hat.
Nach eigener Aussage besitzen die ersten Aktionen in einem Spiel eine große Bedeutung für Patrick. Gelingen diese, sind im weiteren Spielverlauf dominante und sehenswerte Szenen von ihm zu erwarten - gelingen sie dagegen nicht,...
Wie bei seinem Pendant auf der linken Seite, bleiben die Flanken in den gegnerischen Strafraum seine größte Herausforderung. Obwohl Patrick alle Spiele (bis auf das Rückrundenspiel gegen Mainz) mitmacht, gelingt ihm in der gesamten Vorrunde - die Pokalspiele mitgerechnet - nur eine einzige Torvorlage. Er trifft zwar auch einmal selbst, aber unter dem Strich ist seine offensive Ausbeute zu dürftig.
Im Pokalspiel gegen Offenbach endet diese schwarze Serie der Erfolglosigkeit seiner offensiven Bemühungen. Bananenflanken wie Albert Streit sind von ihm nicht zu erwarten, stramm und gezielt geschlagene Flanken dagegen schon. Mit einer solchen ermöglicht er Takahara ein herrliches Tor zum vorentscheidenden 2:0.
Im Bundesligaspiel gegen Hannover bringt er - nach einem ersten missglückten Versuch - mit einer präzisen Vorlage erneut Takahara zu Torehren. Ist das die Wende für Patrick?
Hier und jetzt:
Im Waldstadion läuft die 78. Minute. Vor wenigen Augeblicken hat Mark van Bommel für die Münchner Bayern eine der wenigen Chancen vergeben, die ihnen eine konzentrierte und entschlossene Frankfurter Eintracht an diesem Tag gestattet.
Der Ball geht in Höhe des Bayern-Strafraumes ins Seiten-Aus. Es gibt Einwurf für die Frankfurter Eintracht.
Gleich wird Chris mit einem seiner weiten Einwürfe, die eher Flanken ähneln als...
Chris? Nein, Chris kann ja gar nicht werfen, weil er - nach starker Leistung - bereits verletzungsbedingt den Platz verlassen musste.
Also erledigt Patrick Ochs den Einwurf. Nicht lang wie Chris sondern kurz wirft er den Ball zu dem sich engagiert freilaufenden Amanatidis.
Amanatidis? Wieso spielt Amanatidis? Ist sein Verhältnis zu Funkel - laut Ingo Durstewitz von der Frankfurter Rundschau – nicht zerrüttet? Wie dem auch sei – der Mann, dessen Füße bei der Ballannahme manchmal aus griechischem Marmor zu bestehen scheinen, wird der Ball sicher gleich wieder verspringen und... Verspringen? Nein, Amanatidis nimmt den Ball elegant mit der Brust an und spielt ihn so direkt auf den Flügel zurück.
Dort wird gleich Albert Streit eine seiner berühmt-berüchtigten Effet-Flanken in den Münchner Strafraum schlagen, wo...
Albert Streit? Nein, Streit, der Herr des ruhenden Balles, spielt ja heute wegen einer Erkrankung nicht.
Also schlägt Patrick Ochs die Flanke. Und er schlägt die Flanke so, wie er sie kann. Wie im Pokal in Offenbach. Er schlägt sie stramm und gerade in den Strafraum. Im Strafraum muss gleich der aufgerückte Alex Meier auftauchen, der den Ball... Alex Meier? Nein, Alex Meier sitzt ja heute zur Überraschung vieler nur auf der Bank.
Für ihn steht Christoph Preuß im Strafraum, mit dem Rücken zum Tor und bewacht vom Weltklasseverteidiger Lucio. Und jetzt - in diesem zufälligen Augenblick, den es doch unter normalen Umständen gar nicht geben dürfte - sorgen die zwei Frankfurter Buben Christoph Preuß und Patrick Ochs für einen magischen Moment. Einem Moment, der beweist, dass in uns Sterblichen ein göttlicher Funke schlummert. Einem Moment, der Sekundenbruchteile später unauslöschlich in die Erinnerung aller Akteure und Zuschauer gebrannt sein wird. Einem Moment für die Ewigkeit und für die Unsterblichkeit des Schützen.
Christoph Preuß lässt die Flanke kommen, geht ihr nicht entgegen, lehnt sich ein klein wenig zurück und zieht den Ball im entscheidenden Augenblick mit dem rechten Fuß über seine Schulter. Der Ball steigt, fliegt an Lucio vorbei und ist auf dem Weg in das linke obere Eck des Bayerntores.
Nur der ehemalige Weltklassetorhüter Oliver Kahn ist nun noch in der Lage, diesen wunderbaren Treffer zu verhindern. Wie im Pokalfinale – als er sich kurz vor dem Ende bei einem Schuss von Amanatidis für einen einzigen lichten Moment an die Taten des Torhüters erinnerte, dessen Klasse er einst hatte. Kahn mag sich auch in diesem Moment erinnern, doch er erkennt, dass auch ein (ehemaliger) Titan nur Menschenwerk vollbringen kann – gegen einen göttlichen Moment ist auch er machtlos: Kahn schaut dem Ball, den er nicht mehr erreichen kann, hilf- und fast bewegungslos nach... bis das runde Leder im Netz einschlägt.
Christoph Preuß feiert sein vollkommenes Tor nicht für die Fernsehkameras. Keinen Blick verschwendet der Eintrachtler zu den alles sehenden mechanischen Augen. Kein lächerliches Tänzchen für die Kameras und kein überflüssiges Küssen des Adlers auf dem Trikot, denn dieser junge Mann trägt den Adler in und nicht auf der Brust. Dieses Tor hat er nicht für sich oder gar die Kameras geschossen; dieses Tor hat er für seine Mannschaft, seinen Verein und dessen Fans geschossen. Und zu diesen rennt er ohne Umwege mit gestreckten Armen und geballten Fäusten. Nicht um sich feiern zu lassen, sondern mit den Fans dieses Tor zu feiern. Dieses Tor, das so wichtig ist, für diesen Verein und all den Menschen, die an ihm hängen und ihn lieben.
Während die zwei Frankfurter Buben feiern, fließen einem anderen – etwas älterem – Buben aus Sachsenhausen von diesem magischen Moment bis zum Schlusspfiff unaufhörlich Tränen die Wangen herunter. Erst aus unbeschreiblicher Erleichterung, dann aus nagender Furcht und – endlich, endlich! – vor überschäumender Freude.
Ein magischer, ein göttlicher Moment, den ich nicht vergessen werde, solange ich lebe. Und für den ich zwei Frankfurter Buben genauso lange dankbar sein werde.
Der Ball geht in Höhe des Bayern-Strafraumes ins Seiten-Aus. Es gibt Einwurf für die Frankfurter Eintracht.
An der Seitenauslinie steht Patrick Ochs und im Strafraum Christoph Preuß. Zwei Frankfurter Buben. Zwei Spieler, die noch vor wenigen Wochen nicht unbedingt gleichzeitig auf dem Platz zu erwarten waren, weil sie um die Position des rechten Außenverteidigers kämpften...
Rückblende:
Christoph Preuß kommt 1997 von Großen-Linden zur Eintracht. Er durchläuft - auch national - alle Jugendmannschaften und schafft in der Saison 2000/01 den Sprung in die Profimannschaft der Adler. So gradlinig und aufstrebend seine Karriere bis zu diesem Zeitpunkt verläuft, so wechselhaft wird sie weitergehen.
In seinem ersten Profijahr steigt die Eintracht aus der Bundesliga ab. In der zweiten Liga gehört Christoph in einer enttäuschenden Mannschaft zu den wenigen Lichtblicken. Am Ende der Saison wird er nach Leverkusen verkauft, auch weil es der Eintracht wieder mal am Nötigsten, dem Geld, mangelt.
Beim Werksclub spielt Christoph zwar in der Champions League, verliert jedoch wegen Verletzungen den Anschluss. Im August 2003 holt ihn die Eintracht zurück an den Main. Wieder gehört er zu den zuverlässigsten und auffälligsten Kräften. An Christoph, der mit seinem Tor zum 3:2 gegen Bochum der Eintracht bis zum letzten Spieltag die Chance auf den Ligaverbleib möglich macht, liegt es nicht, dass die Adler zum dritten Mal den schweren Gang in die Holzklasse antreten müssen.
Christoph ist ehrgeizig. Er will rechtzeitig zur WM im eigenen Land Nationalspieler werden. So verlässt er die Eintracht ein zweites und vorerst letztes Mal. Er geht zum VFL Bochum, der nach einer überraschend starken Saison am UEFA-Cup teilnehmen darf. Der Auftritt der Bochumer auf der europäischen Bühne ist von kurzer Dauer und am Ende der Spielzeit 2004/05 verabschieden sich die ehemals "Unabsteigbaren" wieder einmal aus der ersten Liga.
Christoph kommt zum dritten Mal zur Eintracht. Den hohen Erwartungen, die er bei seinen ersten beiden Engagements geweckt hat, kann er in der Vorrunde 2005/06 nicht gerecht werden. Erst in der Rückrunde läuft er zur der Form auf, die man ihm zugetraut hat. Beim 2:5-Debakel in München gehört er zu den besten Akteuren und erzielt mit einem sehenswerten Seitfallzieher den zwischenzeitlichen Ausgleich.
Danach beginnt wieder eine verletzungsbedingte Leidenszeit. Ein Bandscheibenvorfall wird zunächst ausgeschlossen, dann festgestellt und anschließend konservativ behandelt. Christoph versäumt das Pokalfinale.
In der neuen Saison hat er den Anschluss gerade geschafft, als er sich erneut verletzt. Diesmal muss Christoph operiert werden.
In den Diskussionen um die ebenfalls langzeitverletzten Chris und Jones gerät die Personalie Preuß ein wenig in den Hintergrund. Während die Rückkehr von Jones im Pokalspiel gegen Köln kurz vor Weihnachten im Waldstadion mit stehenden Ovationen gefeiert wird, wird in der Öffentlichkeit über die Bedeutung von Preuß für die Mannschaft immer seltener gesprochen.
Nach einer gelungenen Vorbereitung zur Rückrunde steht Christoph zwar wieder im Kader, er kommt jedoch erst am 19. Spieltag zum Einsatz: in der 90. Minute. Erst als Patrick Ochs in Spiel gegen Mainz wegen der 5. gelben Karte fehlt, darf Christoph von Beginn an auflaufen und liefert eine ordentliche Partie.
Im nächsten Spiel in Leverkusen ist Patrick Ochs wieder dabei und Christoph nimmt wieder auf der Bank Platz. Patrick Ochs bereitet den 2:1-Treffer vor und für seinen Kontrahenten scheint kein Platz in der Mannschaft zu sein. Ochs hat schließlich bis auf das Spiel in Mainz alle Spiele (einschließlich der Pokalbegegnungen) bestritten. Dass der vielseitige Preuß seine besten Spiele im Mittelfeld gemacht hat, scheint in Vergessenheit geraten zu sein.
Gegen Stuttgart wird Christoph zwar zur Halbzeit für Chris eingewechselt, der einen rabenschwarzen Tag erwischt hat, aber wer hat schon positive Erinnerungen an eine 0:4-Heimniederlage?
In Hamburg erhält Christoph dann eine erneute Chance auf der rechten Verteidigerposition, Patrick Ochs wechselt für den gesperrten Spycher auf die linke Seite. Mit einem katastrophalen Fehlpass leitet Christoph das frühe 0:1 ein. Doch Funkel lässt ihn nicht fallen.
Im Viertelfinale des DFB-Pokals fehlt Christoph zunächst, doch Funkel wechselt ihn dort ebenso ein wie beim Heimspiel gegen Hannover. In Nürnberg steht Christoph sogar wieder in der Anfangself - im Mittelfeld. Er macht ein gutes Spiel und nutzt eine Minute nach der Auswechslung von Streit seine neue offensivere Aufgabe, indem er das 2:0 nach schönem Pass von Meier mit einem unwiderstehlichen Sololauf vorbereitet. (Hätte Pinola ihn nicht elfmeterreif gefoult, hätte er sich wohl selbst in die Torschützenliste eingetragen.)
Gegen die Bayern steht Christoph erneut bei Anpfiff auf dem Rasen - im Mittelfeld! Schafft er jetzt den Durchbruch?
Mit ihm läuft auf der rechten Außenverteidigerposition Patrick Ochs auf.
Patrick kommt als Jugendspieler von Germania Enkheim zur Eintracht. 2002 wechselt er zu den Amateuren von Bayern München in die Regionalliga. Er spielt dort mit Lahm und Schweinsteiger in einer Mannschaft und geht durch die harte Schule von Hermann Gerland.
Zwei Jahre später empfiehlt ihn der "Tiger" der Frankfurter Eintracht, die nach dem dritten Bundesligaabstieg in der zweiten Liga eine Mannschaft mit jungen, entwicklungsfähigen Spielern aufbauen will. Spielern, die deutschsprachig sein sollen und gerne aus der Region kommen dürfen. Patrick passt perfekt in dieses Profil und sorgt zusammen mit Christopher Reinhard schnell für Furore. Reinhard gibt als linker Außenverteidiger seine Tempodribblings zum Besten während Patrick mit seiner Dynamik als Außenverteidiger auf der rechten Seite für Räume sorgt.
Die ersten Rückschläge für die beiden jungen Senkrechtstarter lassen natürlich nicht lange auf sich warten. Während Reinhard jedoch nach einer überragenden Vorrunde, die ihm eine vorzeitige Vertragsverlängerung einbringt, erst von einer Verletzung und dann durch seine Defensivschwäche seinen Platz an den Routinier Wiedener verliert, arbeitet Patrick stetig an seinen Schwächen, die ihm Trainer Funkel ebenso unter die Nase reibt wie Reinhard.
Reinhard bringt fußballerisch zweifellos das größere Talent mit, Patrick besitzt jedoch die größere Einsicht in eigene Schwächen und Fehler sowie den größeren Einsatz, wenn es um das Abstellen dieser Fehler geht.
Patrick lernt aus der Kritik Funkels schnell, dass er sich seine offensiven Vorstöße besser einteilen muss. Er lernt - auf Kosten seiner publikumswirksamen Spielweise - mit seinen Kräften besser hauszuhalten und bringt so die von seinem Trainer geforderten konzentrierteren Leistungen in der Abwehr.
Eine andere Schwäche kann der hitzköpfige Rotschopf nicht beim ersten Mal abstellen. Es bedarf einer zweiten peinlichen Schauspieleinlage ohne gegnerische Einwirkung, die zuerst das Fernsehen und dann seine Vorgesetzten beschäftigt. Dann jedoch herrscht auch an dieser Front Ruhe.
In seinem zweiten Bundesligajahr wird dem jungen Mann dann nicht zu Unrecht vorgehalten, dass er sich - gerade in Bezug auf seine offensiven Ausflüge und dort im speziellen bei seinen Flanken - nicht weiter entwickelt habe.
Unterschätzt wird bei dieser Betrachtung allerdings, dass der robust wirkende junge Spieler kein so ausgeprägtes Selbstbewusstsein besitzt, wie es den Anschein hat.
Nach eigener Aussage besitzen die ersten Aktionen in einem Spiel eine große Bedeutung für Patrick. Gelingen diese, sind im weiteren Spielverlauf dominante und sehenswerte Szenen von ihm zu erwarten - gelingen sie dagegen nicht,...
Wie bei seinem Pendant auf der linken Seite, bleiben die Flanken in den gegnerischen Strafraum seine größte Herausforderung. Obwohl Patrick alle Spiele (bis auf das Rückrundenspiel gegen Mainz) mitmacht, gelingt ihm in der gesamten Vorrunde - die Pokalspiele mitgerechnet - nur eine einzige Torvorlage. Er trifft zwar auch einmal selbst, aber unter dem Strich ist seine offensive Ausbeute zu dürftig.
Im Pokalspiel gegen Offenbach endet diese schwarze Serie der Erfolglosigkeit seiner offensiven Bemühungen. Bananenflanken wie Albert Streit sind von ihm nicht zu erwarten, stramm und gezielt geschlagene Flanken dagegen schon. Mit einer solchen ermöglicht er Takahara ein herrliches Tor zum vorentscheidenden 2:0.
Im Bundesligaspiel gegen Hannover bringt er - nach einem ersten missglückten Versuch - mit einer präzisen Vorlage erneut Takahara zu Torehren. Ist das die Wende für Patrick?
Hier und jetzt:
Im Waldstadion läuft die 78. Minute. Vor wenigen Augeblicken hat Mark van Bommel für die Münchner Bayern eine der wenigen Chancen vergeben, die ihnen eine konzentrierte und entschlossene Frankfurter Eintracht an diesem Tag gestattet.
Der Ball geht in Höhe des Bayern-Strafraumes ins Seiten-Aus. Es gibt Einwurf für die Frankfurter Eintracht.
Gleich wird Chris mit einem seiner weiten Einwürfe, die eher Flanken ähneln als...
Chris? Nein, Chris kann ja gar nicht werfen, weil er - nach starker Leistung - bereits verletzungsbedingt den Platz verlassen musste.
Also erledigt Patrick Ochs den Einwurf. Nicht lang wie Chris sondern kurz wirft er den Ball zu dem sich engagiert freilaufenden Amanatidis.
Amanatidis? Wieso spielt Amanatidis? Ist sein Verhältnis zu Funkel - laut Ingo Durstewitz von der Frankfurter Rundschau – nicht zerrüttet? Wie dem auch sei – der Mann, dessen Füße bei der Ballannahme manchmal aus griechischem Marmor zu bestehen scheinen, wird der Ball sicher gleich wieder verspringen und... Verspringen? Nein, Amanatidis nimmt den Ball elegant mit der Brust an und spielt ihn so direkt auf den Flügel zurück.
Dort wird gleich Albert Streit eine seiner berühmt-berüchtigten Effet-Flanken in den Münchner Strafraum schlagen, wo...
Albert Streit? Nein, Streit, der Herr des ruhenden Balles, spielt ja heute wegen einer Erkrankung nicht.
Also schlägt Patrick Ochs die Flanke. Und er schlägt die Flanke so, wie er sie kann. Wie im Pokal in Offenbach. Er schlägt sie stramm und gerade in den Strafraum. Im Strafraum muss gleich der aufgerückte Alex Meier auftauchen, der den Ball... Alex Meier? Nein, Alex Meier sitzt ja heute zur Überraschung vieler nur auf der Bank.
Für ihn steht Christoph Preuß im Strafraum, mit dem Rücken zum Tor und bewacht vom Weltklasseverteidiger Lucio. Und jetzt - in diesem zufälligen Augenblick, den es doch unter normalen Umständen gar nicht geben dürfte - sorgen die zwei Frankfurter Buben Christoph Preuß und Patrick Ochs für einen magischen Moment. Einem Moment, der beweist, dass in uns Sterblichen ein göttlicher Funke schlummert. Einem Moment, der Sekundenbruchteile später unauslöschlich in die Erinnerung aller Akteure und Zuschauer gebrannt sein wird. Einem Moment für die Ewigkeit und für die Unsterblichkeit des Schützen.
Christoph Preuß lässt die Flanke kommen, geht ihr nicht entgegen, lehnt sich ein klein wenig zurück und zieht den Ball im entscheidenden Augenblick mit dem rechten Fuß über seine Schulter. Der Ball steigt, fliegt an Lucio vorbei und ist auf dem Weg in das linke obere Eck des Bayerntores.
Nur der ehemalige Weltklassetorhüter Oliver Kahn ist nun noch in der Lage, diesen wunderbaren Treffer zu verhindern. Wie im Pokalfinale – als er sich kurz vor dem Ende bei einem Schuss von Amanatidis für einen einzigen lichten Moment an die Taten des Torhüters erinnerte, dessen Klasse er einst hatte. Kahn mag sich auch in diesem Moment erinnern, doch er erkennt, dass auch ein (ehemaliger) Titan nur Menschenwerk vollbringen kann – gegen einen göttlichen Moment ist auch er machtlos: Kahn schaut dem Ball, den er nicht mehr erreichen kann, hilf- und fast bewegungslos nach... bis das runde Leder im Netz einschlägt.
Christoph Preuß feiert sein vollkommenes Tor nicht für die Fernsehkameras. Keinen Blick verschwendet der Eintrachtler zu den alles sehenden mechanischen Augen. Kein lächerliches Tänzchen für die Kameras und kein überflüssiges Küssen des Adlers auf dem Trikot, denn dieser junge Mann trägt den Adler in und nicht auf der Brust. Dieses Tor hat er nicht für sich oder gar die Kameras geschossen; dieses Tor hat er für seine Mannschaft, seinen Verein und dessen Fans geschossen. Und zu diesen rennt er ohne Umwege mit gestreckten Armen und geballten Fäusten. Nicht um sich feiern zu lassen, sondern mit den Fans dieses Tor zu feiern. Dieses Tor, das so wichtig ist, für diesen Verein und all den Menschen, die an ihm hängen und ihn lieben.
Während die zwei Frankfurter Buben feiern, fließen einem anderen – etwas älterem – Buben aus Sachsenhausen von diesem magischen Moment bis zum Schlusspfiff unaufhörlich Tränen die Wangen herunter. Erst aus unbeschreiblicher Erleichterung, dann aus nagender Furcht und – endlich, endlich! – vor überschäumender Freude.
Ein magischer, ein göttlicher Moment, den ich nicht vergessen werde, solange ich lebe. Und für den ich zwei Frankfurter Buben genauso lange dankbar sein werde.
15 Kommentare:
Hallo kid,
schade, dass Du nicht mehr im Eintracht-Forum schreibst.
Könnte der Grund etwas mit den Perlen und den Säuen zu tun haben?
Also, ich hatte bei bzw. nach Christophs Tor ganz komische Gefühle im Bauch.
Der Spruch wurde zwar am 25.5.2003 kreiert, am Samstag war es mir aber genau so - zumal ich wohl vorher, im Gegensatz zu Dir nehme ich mal an, zuviel Eintracht Forum gelesen und das Gefühl hatte, dass ich mit meinem Optimismus und Vertrauen in die Mannschaft und den Trainer fast alleine dastand.
Wollte ja schon in den EFC Funkeltroll eintreten. :):)
Ich hoffe, dass, wenn Du schon nicht zurückkommst - es wenigstens Links im Eintracht Forum gibt.
Schrieb ich eigentlich, dass das eine ganz toller Beitrag ist?
wib
Hallo Kid,
vielen Dank für diesen herrlich emotionalen und doch grundsolide recherchierten Artikel. Ich hatte Gänsehaut bei dem Gedanken an diesen magischen Moment, den Du mit Worten wieder hast aufleben lassen !
Viele Grüße
Frank (Mittelbucher)
Vielen Dank für diesen sehr sehr schönen Beitrag. Vor allem beim letzten Teil sind mir fast wieder die Tränen in die Augen geschossen. Du hast diesen wunderschönen Moment so perfekt beschrieben... Es ist alles eigentlich zu schön um wahr zu sein!!!
Hallo Kid,
Wie von Dir "gewohnt" ein ganz toller Beitrag der den Nagel mal wieder mit voller Wucht auf den Kopf trifft. Einfach ein Sensation Deine Kommentare.
Weiter so.
lg
GB
3 Frankfurter Buben
Moin Rüdiger,
du hast noch einen magischen Frankfurter Bub vergessen.
Deine Fähigkeit, das Eintrachtgefühl in die richtigen Worte zu fassen ist fast so eine Gabe wie Christoph Preuß Fallrückzieher (aber nur fast :.-) ).
Den Tränen brauchst Du dich wirklich nicht zu schämen, es zeigt nur eins: Kid, du bist Eintracht.
P.S, Ich überlege im Moment auch, mich etwas aus dem Forum zurückzuziehen. Zum einen besitze ich ohnehin nicht die schriftliche rhetorische Stärke wie z.B du , AK oder Uli (mit dem Babbeln klappt`s besser :-)) . zum zweiten kotzt es mich an, wenn selbst nach einem Sieg gegen die Bayern das Haar in der Suppe gesucht wird.
Könne die Jungs und Mädchen sich nicht einfach mal freuen?
Es wäre schön, wenn du dich auch im Forum ab und an blicken lassen würdest.
LG
Bernie
Wunderschön geschrieben.
Ich habe beim Lesen Gänsehaut bekommen und die ist immer noch nicht verschwunden, überkommen einem beim Lesen doch wieder diese Emotionen der unglaublichen letzten 30 Minuten des Spiels als die Zuschauer sich förmlich in Ekstase befanden und diesem Traumtor den würdigen Rahmen gegeben haben. Ein unauslöschlicher Moment für alle Anwesenden. Fürwahr.
Aber auch ein Jammer, dass solche Beiträge nicht mehr das Forum aufwerten.
pipapo
kid bloggt...
... und das macht er grandios! weiter so, macht viel freunde, ältere herren beim weinen zu lesen ;)
gruß aus xberg
andi
Alte Heulsuse (grins)
LG Uli HA
Der einzig wahre Uli
Lieber Rüdiger,
meine Vorkommentatoren schrieben es schon, ein absolut unter die Haut ( und von dort auf geheimen Wegen direkt auf die Tränendrüse) gehender Kommentar, ein echter Kid halt. Es stimmt schon, es waren unsere Frankfurter, die das Tor (was sage ich, diese traumhafte Fügung) bewerkstelligten. Man kann über Ochs und vielleicht auch Preuss´ Leistung streiten, aber zumindest mein Eindruck ist, daß diese Zwei über die gesamte Spielzeit noch ein kleine bißchen mehr gerannt, gelaufen und gebissen haben, als der auch schon aufopferungsvoll kämpfende Rest.
Für Deine tollen Worte ganz herzlichen Dank.
Noch 2 Bemerkungen zum Schluß:
1. Bernie, bleib Du mal schön im Forum, schreiben kannst auch Du und ich zumindest lese Deine Kommentare gerne.
2. Ich bin nicht so ganz glücklich mit der Verlinkung ins Forum, wer weiß wer da jetzt wieder angefleucht kommt. Andererseits ist das hier weder was für Selbstdarsteller noch für Besserwisser, so daß diese uns vielleicht doch erspart bleiben.
Gruß
concordia-eagle
(Der andere Uli)
Ich möchte nicht wissen, wie ich mich fühlen würde, hätte ich das Spiel versäumt...
In der Tat, es war mal wieder ein Tag, der für die Ewigkeit gemacht ist. Da kam auch ich nicht um feuchte Augen herum. SGE77 aus Holland und ich, wir lagen uns in dem Armen und drückten uns fast zu Tode, und rundum wurden wildfremde Menschen geherzt.
Dabei zogen nach der vergebenen Großchance von einem anderen Frankfurter Bub noch dunkle Ahnungen auf...
Nun scheint die Sonne so hell wie lange nicht mehr, und gerade Nachbetrachtungen wie diese erhöhen den Wert des Erlebten um ein Vielfaches.
Nun bin ich überzeugt: wir werden es wieder schaffen. Ja, fürwahr: die Eintracht ist ein ganz besonderer Verein.
Den Link im Eintracht-SAW auf diesen (öffentlichen ;-) ) Blog hatte ich "eigenmächtig" vorgenommen. Nachdem ich hier nun Kritik zu einer Verlinkung sehe, möchte ich doch wenigstens jetzt so fair sein nachzufragen, ob so ein Link wirklich unerwünscht ist. Nur dann würde ich künftig darauf verzichten, da ich ansonsten doch ausschließlich positive Resonanz wahrnehme.
Gruß
schlusskonferenz
Hallo Steffen,
Kit an der Cover und Kid Klappergass meinen:
der Link ging in Ordnung. :-)
Einträchtliche Grüße,
Rüdiger
*klapp*klapp*
lieber rüdiger.
wunderschön geschrieben. hat mächtig spass gemacht zu lesen.
oben schreibt jemand von wegen "perle vor die säu geworfen" hinsichtlich deiner abstinenz im eintracht-forum.
wie wahr!
ich werde immer wieder mal vorbeischauen!
keep the faith! (copyright: beve)
;-)
ergin
bernie hat recht, es waren drei frankfurter buben :-)
zweien davon kann man eigentlich schon nach dem morgendlichen erwachen stets eine "gute besserung" wünschen.
alles gute
beve
In diesem Bunde bin ich gern der Dritte. :-)
Wenn das Wünschen helfen täte, Beve. Aber es ist mit dem Wünschen wie mit dem Beten, glaube ich fast. Wir können uns unser Schicksal nicht aussuchen, aber meistern können wir es - oder es wenigstens versuchen.
Lieber Gruß
Kid
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